Deutsche Sportlotterie

Goldmedaillengewinner kämpft gegen Corona

Er gewann zweimal olympisches Gold, jetzt kämpft auch er gegen Corona: Lauritz Schoof (29), sowohl 2012 in Peking als auch 2016 in Rio erfolgreich im Doppelvierer, steht kurz vor seiner Approbation. In wenigen Wochen soll die letzte mündliche Prüfung erfolgen, das praktische Jahr absolviert er in Hamburg und Bern, und natürlich bestimmt auch dort das Corona-Virus den Krankenhausbetrieb. Jessica Libbertz sprach mit dem ehemaligen Weltklasse-Athleten, der - wenn alles klappt - sich bald Dr. med. Lauritz Schoof nennen darf.

Lauritz, Du hast natürlich noch Kontakt zu aktiven Athleten, wie gehen die mit der aktuellen Situation um?

Jeder Sportler hat Verständnis für die Maßnahmen, aber die Frustration war logischerweise groß. Der Achter ist ein Gold-Kandidat von Tokio, und wenn man dann so kurz vor dem Ziel ausgebremst wird, bereitet das keine Freude. Viele machen jetzt Pause, um runterzukommen, und dann im Herbst wieder anzugreifen. Einige machen sich Sorgen, da nicht klar ist, in wie weit noch in allen Ländern der Konkurrenz wirklich Doping-Tests stattfinden. Das ist ein Problem, über das noch gar nicht viel nachgedacht wird.

Worauf kommt es jetzt an?

Für die Athleten geht es vor allem darum, die Grundfitness zu erhalten. In großen Stützpunkten ist teilweise noch minimaler Trainingsbetrieb möglich, einige haben Ruder-Ergometer erhalten, um zumindest einen Teil des Trainings absolvieren zu können. Ich habe den Eindruck, so langsam greifen die ersten Notfallpläne. Und man kann natürlich im Einer Rudern - auf dem Wasser alleine kann man ja niemanden anstecken.

Wie gestaltet sich Deine persönliche Situation, Du hast ja Anfang vergangenen Jahres Deinen Rücktritt erklärt?

Ich habe schon Ende 2018 gewusst, ich brauche jetzt die Zeit für meine Ausbildung. Ich wollte meine Prüfungen ablegen und meine zweite berufliche Laufbahn starten.

Wie müssen wir uns den Alltag im Krankenhaus im Angesicht der Corona-Krise vorstellen?

Natürlich haben sich auch die Krankenhäuser bestmöglich vorbereitet. Ich war zuletzt in der Neurologie, in der Stroke Unit, auch dort hatten wir einen Corona-Fall, der aber glimpflich ausging. Viele Intensiv-Betten werden jetzt für die Corona-Patienten geblockt, andere Units heruntergefahren. Für uns gilt die Regel: Wer länger als 15 Minuten und mit weniger Abstand als zwei Meter mit einem möglichen Corona-Patienten zu tun hat, der muss getestet werden.

Bereitet Dir das keine Angst?

Wir Ärzte haben vielleicht ein stärkeres Bewusstsein für die Krankheit, wir können das Risiko ein Stück weit besser einschätzen, denn wir beschäftigen uns rund um die Uhr mit Krankheiten. Außerdem ist Hygiene für uns schon immer ein Thema. Händewaschen gehörte im Krankenhaus schon vor Corona dazu, ebenso Desinfektion, schon alleine aus Angst vor Keimen. Dementsprechend sind die hygienischen Standards ohnehin sehr hoch. Dadurch können wir mit dem Risiko gut umgehen.

Was rätst Du als angehender Arzt denn den Menschen, die sich Sorgen machen?

Ich finde es wichtig, sich zu informieren und den Studien Glauben zu schenken. Wenn die Studien belegen, 80 Prozent der Verläufe sind mild, dann ist das erst einmal anzunehmen. Trotzdem müssen wir verstehen, warum wir soziale Kontakte einschränken sollten. Denn wir müssen eine Überlastung des Gesundheitssystems vermeiden. Die Covid 19-Infektion ist eine spezielle Grippe, die sich aber zu einer Lungenentzündung ausweiten kann und bei der der Erreger eine Dysfunktion von Organen mit einer Sepsis verursachen kann. Über die vorgeschriebenen Einschränkungen, muss ich mich z.B. fragen, wie hoch meine Ansteckungsgefahr ist.

Was heißt das für Dich persönlich?

Meine Eltern gehören eher zur Risikogruppe, da bin ich vorsichtig - es gab auch keinen Oster-Besuch. Ich bleibe Zuhause, lese viel, und lerne für mein mündliches Examen. Sport ist übrigens nur noch jeden zweiten Tag dran.
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